Die Kleidung/Bewaffnung

 Ordensritter

Der Ordensritter lebte das Leben eines kämpfenden Mönches und gelobte Armut, Keuschheit und Demut. Er vereinigte somit die ritterlichen Tugenden des Adels, sowie die religiösen Ideologien des Klerus in sich. Als Offizier innerhalb des Templerheeres war der Ordensritter am besten gerüstet. Nicht nur seine Fähigkeiten machten ihn zur militärischen Elite, sondern auch seine Bewaffnung war die effizienteste, die ein Ritter seiner Zeit haben konnte. Über der Kleidung (Bruche, Beinlinge, Cotte/Tunika) trug er einen gepolsterten Waffenrock, auch Gambeson genannt. Darüber trug er ein langes Kettenhemd mit angesetzten Kettenhandschuhen, sowie Kettenbeinlinge.

Ein Ritter trug meistens den für schwere Kavallerie üblichen Topfhelm, einen Eisenhut oder einen Normannenhelm/Nasalhelm. In der Regel wurde unter dem Helm noch eine Polsterhaube und eine Kettenhaube getragen. Die Waffen waren vollkommen an den Kampf zu Pferde angepasst. Jeder Ritter hatte eine Lanze für den Sturmangriff, sowie eine Schlagwaffe (Schwert, Axt, Streitkolben). Hinzu kam ein Schild in einer für die Zeit typischen Form, dh. Entweder ein großer Normannenschild (Mandelförmig), oder ab dem 13. Jahrhundert ein Dreieckschild. Es sind unterschiedliche Arten der Schildbemalung überliefert. 0Der Ordensritter auf Lebenszeit machte sich durch seinen weißen Wappen/Waffenrock mit rotem Kreuz, sowie einen weißen Mantel mit dem Kreuz auf der linken Schulter kenntlich. Wenn der Ordensritter nicht im Feld war trug er einen weißen Habit mit einem kleinen Tatzenkreuz auf der linken Brust. Außerdem wird er einen weiteren Mantel aus dicker Wolle gegen die Kälte gehabt haben. Als einziger Schmuck war ein Rosenkranz und ein schlichtes Kreuz am Gürtel erlaubt.

Gastritter

Der Gastritter unterscheidet sich in seiner Bewaffnung nicht vom Ordensritter auf Lebenszeit. Nur der fehlende weiße Mantel mit rotem Kreuz auf der Schulter zeigt, dass er sich dem Orden nur für ein Jahr und einen Tag verpflichtet hat. Auch der Gastritter gab das Gelübde der Tempelritter ab.

  Sergent

Der Sergent hatte zwar nicht das Gelübde von Armut, Keuschheit und Demut/Gehorsam abgelegt, folgte jedoch sehr wohl der Ideologie und dem Tagesablauf der Ritter. Die Sergenten stellten den Größten Teil des Templerheeres dar und wurden daher recht vielseitig eingesetzt. Die meisten von ihnen wurden auch als Kavallerie eingesetzt und unterschieden sich daher in ihre Bewaffnung kaum von den Ordensrittern. Sergenten stellten aber auch die Infanterie und Artillerie. Als nichtberittene werden sie keine Topfhelme oder Kettenbeinlinge getragen haben, da diese das Laufen und die Sicht im Kampfgetümmel zu sehr eingeschränkt hätten. Der Sergent unterscheidet sich vom Ordensritter durch die Farbe seiner Gewandung. Ihm ist es nicht erlaubt Weiß zu tragen. Deshalb ist seine Kleidung in schwarz, braun oder in anderen Naturtönen gehalten. Er trägt einen schwarzen Wappenrock mit rotem Tatzenkreuz. Die Schildbemalung unterscheidet sich auch von der des Ordenritters. Auch der Sergent hatte Kleidung für Friedenszeiten. Ein einfacher schwarzer Habit mit rotem Tatzenkreuz auf der Brust wurde für tägliche Arbeiten getragen.

  Turkopole

Die Turkopolen waren einheimische, arabische Hilfstruppen. Voraussetzung war ein christliches Elternteil, wobei im Verlauf der Geschichte diese Regel mit Sicherheit lockerer gehalten wurde, um die Kampfkraft des Heeres zu halten. Der Turkopole musste jedoch nicht zwangsläufig den christlichen Glauben angenommen haben. Vielmehr konnte er auch praktizierender Muslime sein. Wie der Söldner bekamen die Turkopolen eine Entlohnung für ihren Kriegsdienst, wobei die Dienstzeiten länger waren als die des Söldners. Die Turkopolen waren oft leicht gerüstete und damit sehr mobile Kavallerie die unter anderem nach orientalischen Vorbild an den Schlachten beteiligt waren. So deckten sie beispielsweise den Feind mit Pfeilen ein und versuchten so die gegnerischen Reihen zu sprengen. Man erhoffte sich durch diese Taktik eine frühe Dezimierung der gegnerischen Kampfverbände und geringe Eigenverluste. Es bot sich zudem an die Turkopolen wegen ihrer Ortskenntnisse als Kundschafter einzusetzen.
Dem einzelnen Turkopolen vorständig war der Turkopolier. Dieser konnte im Kriegsfall auch das Kommando über die Sergenten haben und bekleidete somit einen gehobenen Rang in der Hierarchie des Templer Ordens. Die Turkopolen wurden in die Taktiken und Kampfweisen der Templer mit einbezogen und agierten in ihren Reihen.
Die Ausrüstung eines Turkopolen setzten sich aus allem zusammen was die arabische Waffenkammer zu bieten hatte: Krummsäbel, Stoßspeere, Rundschilde, Reiterbögen. Ihre Kleidung war keinen Regeln unterworfen und entsprach deshalb der arabischen Mode und war oft vergleichsweise bunt. Als einziges Erkennungszeichen trugen sie ein rotes, lateinisches Kreuz auf ihrer Ausrüstung (z.B. auf dem Schild oder auf der Kleidung), um die christliche Zugehörigkeit zu signalisieren.

  Der europäische Söldner

Bedarfsweise heuerte der Orden europäische Söldner an. Der Söldner war früher, wie auch heute, ein Kämpfer der gegen einen Sold seinen Dienst im Kampf anbot. Häufig stellten sie einen größeren Teil des Templerheeres. Sie waren oft Spezialisten in verschiedenen Waffengattungen, wie z.B. Bogenschützen, Armbrustschützen, Schwertkämpfer oder Speerkämpfer. Ansonsten trugen sie alles, was für professionelle Krieger des Abendlandes üblich war, je nachdem was für einer Einheit sie angehörten. Sie brachten jedoch ihre eigene Ausrüstung mit, da diese nicht vom Orden gestellt wurde. Diese bestand natürlich zum einen aus der Waffe, zum anderen aus der Rüstung, wie Kettenhemd und Gambeson, und zeitgemäße Kleidung. Der Söldner hatte geringere Dienstzeiten als der Turkopole und kämpfte häufig in einem eigenen Kontingent auf der Seite der Templer, aber nicht in deren Reihen. Sie unterstanden aber dem Kommando des Ordens. Der Söldner nahm auch nicht am sakralen Leben innerhalb des Ordens teil. Wie auch beim Turkopolen zeigte der europäische Söldner seine Zugehörigkeit zu den Templern durch ein kleines, rotes Lateinerkreuz, welches sich meist aufgenäht auf der Kleidung der linken Schulter befand.

  Kaplan

"Kapläne" wurden im deutschen Sprachraum junge Priester in den ersten Jahren nach ihrer Priesterweihe genannt, in denen sie in der Regel noch einem Pfarrer unterstellt waren und keine Eigenverantwortung trugen. Innerhalb der Komthurey war dies allerdings das höchste geistliche Amt. Oft wurden auch alte Ordensritter, die des Kämpfens müde oder unfähig waren, von den anderen Ordensrittern zum Kaplan gewählt, sobald das Amt frei wurde. Der Bruder Kaplan kümmerte sich um das geistige Wohl der anderen Mitglieder. Er war der einzige der die Beichte abnehmen durfte und sprach zu Beginn und nach den Mahlzeiten das Gebet. Aufgrund seines Amtes war er sehr angesehen im Orden und durfte neben den Ordensrittern an der Tafel sitzen, wo er auch zuerst bedient wurde. Je nach Ordenszugehörigkeit trug er ein mehr oder weniger enges, braunes bis schwarzes Gewand.

  Handwerker

Um die Versorgung eines internationalen Militärordens sicherzustellen, beschäftigten die Templer eine große Anzahl an Handwerkern, die für die Ausrüstung, die diversen Bauten (Burgen/Ordenshäuser etc.), die Produktion von Lebensmitteln sorgten und außerdem logistische Aufgaben übernahmen. ähnlich den Söldnern unterlagen die reinen Handwerker keinen Kleidervorschriften. Ihre Gewandung entsprach der eines gewöhnlichen mittelalterlichen Angehörigen seiner Zunft.

  Schutzbefohlene

Viele Frauen schlossen sich als Mägde oder Ehefrauen von Sergenten, Söldnern oder Handwerkern einem Ordenshaus der Templer an, um dort zu arbeiten und zu wohnen. Sie trugen zumeist ein Unterkleid (Chainse) und ein Oberkleid (Cotte, Surcot oder Bliaut). Dazu wurde von verheirateten Frauen noch eine Kopfbedeckung getragen. Gegen die Kälte waren natürlich auch Mäntel und Überwürfe üblich. Als Schuhwerk trug die einfache Frau oft Bundschuhe.

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